Sonnencreme von Rossmann und dm im Test: Zwei Produkte besser nicht kaufen

Sonnencreme von Rossmann und dm im Test: Zwei Produkte besser nicht kaufen

Die Sonneneinstrahlung wird von Verbrauchern häufig unterschätzt, insbesondere in den Frühlingsmonaten. Experten weisen darauf hin, dass bereits im März und April UV-Belastungen entstehen, die Hautschäden verursachen können. Eine aktuelle Untersuchung von Verbraucherschützern analysierte vierzehn verschiedene Sonnenschutzprodukte speziell für das Gesicht mit Lichtschutzfaktor 50 oder höher. Die Ergebnisse zeigen: Preisintensive Markenware garantiert keineswegs besseren Schutz als günstige Alternativen.

Prüfmethoden und Bewertungskriterien der Untersuchung

Die getesteten Produkte durchliefen mehrere Prüfverfahren, die sowohl die Schutzleistung als auch die Alltagstauglichkeit berücksichtigten. Zentral war die Messung der UVB-Schutzwirkung, die angibt, wie effektiv ein Produkt vor Sonnenbrand schützt. Ebenso wichtig erwies sich die UVA-Abschirmung, die langfristige Hautschäden wie vorzeitige Alterung oder Pigmentveränderungen verhindert.

Zusätzlich prüften Verbrauchertester die Verträglichkeit der Formulierungen auf realer Haut. Probanden bewerteten Einziehverhalten, Rückstandsgefühl und mögliche Weißeleffekte. Laboranalysen identifizierten bedenkliche Inhaltsstoffe wie bestimmte Weichmacher. Verpackungsgestaltung, Dosierbarkeit und Lesbarkeit der Produktangaben flossen ebenfalls in die Gesamtnote ein. Die Preisspanne reichte von wenigen Euro bis zu über dreißig Euro pro fünfzig Milliliter.

Spitzenreiter: Apotheken- und Drogerieprodukte überzeugen

Zwei Produkte erreichten die Bestnote und teilten sich den ersten Platz. Ein Apothekenprodukt der Marke Eucerin kombiniert gelförmige und cremige Texturen zu einer ölkontrollierenden Formulierung, die besonders für Mischhaut und fettige Hauttypen geeignet ist. Die Konsistenz zieht rasch ein und hinterlässt keinen Glanz, was von Testern positiv bewertet wurde. Mit rund zweiundzwanzig Euro pro fünfzig Milliliter liegt dieses Produkt im oberen Preissegment, rechtfertigt den Aufpreis jedoch durch zuverlässigen Doppelschutz gegen beide UV-Strahlungsarten.

Das zweite Spitzenprodukt stammt von Garnier und enthält Hyaluronsäure als zusätzlichen Pflegewirkstoff. Diese Kombination aus Sonnenschutz und Feuchtigkeitsversorgung sprach Tester an, die eine langanhaltende Geschmeidigkeit ohne Klebeeffekt bemerkten. Der Preis von etwa sechzehn Euro liegt im mittleren Bereich. Beide Spitzenreiter erfüllten die Schutzversprechen vollständig und zeigten keine problematischen Inhaltsstoffe.

Drogeriemärkte bieten hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

Besonders bemerkenswert schnitt eine Eigenmarke von dm ab. Das Sundance-Produkt für empfindliche Haut kostet etwa fünf Euro und erreichte dennoch eine hervorragende Bewertung. Trotz des niedrigen Preises lieferte die Formulierung exzellenten Schutz vor beiden Strahlungsarten. Anwender lobten das schnelle Einziehen und das angenehme Tragegefühl, das sich auch bei täglicher Anwendung nicht unangenehm anfühlte.

Diese Erkenntnisse bestätigen eine Entwicklung, die Verbraucherschützer seit Jahren beobachten: Große Drogerieketten investieren erheblich in die Qualität ihrer Eigenmarken. Die Produktion erfolgt oft in denselben Werken wie Markenartikel, zu deutlich niedrigeren Vertriebskosten. Verbraucher können somit ohne Qualitätsverlust erheblich sparen, wenn sie auf bekannte Handelsnamen verzichten.

Teure Naturkosmetik fällt durch mangelnden Schutz auf

Zwei Produkte erhielten die schlechteste Bewertung, weil sie den angegebenen Schutzfaktor nicht erreichten. Besonders enttäuschend: Beide Versager positionieren sich im höheren Preissegment und werben mit natürlichen Inhaltsstoffen. Ein Naturkosmetikprodukt aus Berlin sowie eine weitere Marke mit pflanzlichem Fokus versagten bei der UVB-Abschirmung und boten auch keinen ausreichenden UVA-Schutz.

Mit sechsunddreißig Euro pro fünfzig Milliliter war eines dieser Produkte das teuerste im gesamten Testfeld – und gleichzeitig das schlechteste. Diese Diskrepanz zwischen Preis und Leistung irritiert Experten. Naturkosmetik unterliegt zwar strengen Richtlinien bezüglich der erlaubten Filter, doch das rechtfertigt keinesfalls unzureichende Schutzwirkung. Verbraucher, die auf mineralische oder pflanzliche Filter setzen möchten, sollten unabhängige Testberichte konsultieren, bevor sie sich ausschließlich auf Marketingversprechen verlassen.

Warum Gesichtssonnenschutz besondere Anforderungen erfüllen muss

Die Gesichtshaut unterscheidet sich strukturell von Körperhaut: Sie ist dünner, stärker durchblutet und UV-Strahlung häufiger ausgesetzt. Zudem tragen viele Menschen täglich Make-up oder andere Pflegeprodukte auf, weshalb die Textur von Sonnenschutzprodukten besonders wichtig ist. Schwere, ölige Formulierungen verstopfen Poren und begünstigen Unreinheiten. Moderne Gesichtssonnencremes verwenden daher leichte Texturen, die sich unter Make-up eignen.

Die regelmäßige Anwendung ist entscheidend. Dermatologen empfehlen, Gesichtssonnenschutz täglich aufzutragen, nicht nur im Sommer oder bei Strandbesuchen. UV-Strahlung dringt auch durch Wolken und Fensterscheiben. Wer vorbeugend handelt, reduziert das Risiko für Hautalterung und ernsthaftere Erkrankungen erheblich. Dabei genügt etwa ein halber Teelöffel für Gesicht und Hals – eine Menge, die viele Menschen unterschätzen.

Praktische Tipps für den Sonnenschutz im Alltag

Die richtige Produktwahl ist nur ein Teil effektiven Sonnenschutzes. Experten raten, Sonnencreme etwa zwanzig Minuten vor dem Verlassen des Hauses aufzutragen, damit sie vollständig einziehen kann. Bei längerem Aufenthalt im Freien sollte alle zwei Stunden nachgecremt werden, insbesondere nach Wasserkontakt oder starkem Schwitzen. Auch wasserfeste Produkte verlieren nach dem Baden an Wirksamkeit.

Zusätzlich schützen Kleidung, Sonnenbrillen und schattige Plätze. Zwischen elf und fünfzehn Uhr ist die UV-Belastung am höchsten; wer diese Zeitfenster meidet, reduziert sein Expositionsrisiko deutlich. Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit, da ihre Haut empfindlicher reagiert. Für sie existieren spezielle Formulierungen mit mineralischen Filtern, die keine chemischen Reaktionen auf der Haut auslösen.

Die Haltbarkeit geöffneter Sonnencremes liegt meist bei zwölf Monaten, erkennbar am Symbol auf der Verpackung. Alte Produkte verlieren an Wirksamkeit und sollten entsorgt werden. Lagerung bei kühlen Temperaturen verlängert die Stabilität der Inhaltsstoffe. Nach einem heißen Tag im Auto kann sich die Formulierung jedoch verändern – ein weiterer Grund für jährlichen Neukauf.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine dermatologische Beratung. Bei Hautveränderungen, Allergien oder Unsicherheiten bezüglich geeigneter Sonnenschutzprodukte sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden.

Geschrieben von Chefredakteur

Sturmfels Silas

Redakteur bei Initium Baden seit 2016, Sturmfels deckt schwerpunktmäßig Lebensstil, Gesundheit und Verbraucher ab und übersetzt Studien in alltagstaugliche Information.

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