Sonnencreme von Rossmann und dm im Test: Zwei Produkte besser nicht kaufen

Sonnencreme von Rossmann und dm im Test: Zwei Produkte besser nicht kaufen

Der Sommer steht vor der Tür, und viele Menschen greifen in Drogerien zu günstigen Sonnenschutzmitteln. Doch nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Unabhängige Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass selbst bekannte Eigenmarken großer Drogerieketten erhebliche Mängel aufweisen können. Zwei Produkte aus dem Sortiment von Rossmann und dm schnitten dabei besonders schlecht ab und sollten nach Einschätzung von Experten gemieden werden.

Welche Kriterien entscheiden über die Qualität von Sonnenschutzmitteln?

Bei der Bewertung von Sonnenschutzprodukten spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Im Mittelpunkt steht die tatsächliche Schutzleistung, also ob der auf der Verpackung angegebene Lichtschutzfaktor in der Praxis erreicht wird. Daneben untersuchen Labore die Zusammensetzung auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie allergene Duftstoffe, hormonell wirksame UV-Filter oder Konservierungsmittel, die Hautreizungen auslösen können.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Wasserfestigkeit. Gerade für Familien mit Kindern oder sportlich aktive Personen ist es entscheidend, dass der Schutz auch beim Baden oder Schwitzen erhalten bleibt. Zudem wird die Anwendungsfreundlichkeit bewertet: Lässt sich die Creme gleichmäßig verteilen? Zieht sie schnell ein, oder hinterlässt sie einen klebrigen Film?

  • Übereinstimmung des deklarierten Lichtschutzfaktors mit dem tatsächlich gemessenen Wert
  • Abwesenheit kritischer chemischer Verbindungen
  • Beständigkeit gegenüber Wasser und Schweiß
  • Hautverträglichkeit und sensorisches Erlebnis

Diese beiden Produkte fielen im Labor durch

Bei den aktuellen Untersuchungen schnitten zwei Sonnenschutzmittel besonders negativ ab. Ein Produkt aus dem Rossmann-Sortiment wies einen deutlich niedrigeren Lichtschutzfaktor auf als angegeben. Statt des versprochenen hohen Schutzes erreichte die Formulierung in der Laboranalyse nur etwa zwei Drittel des deklarierten Wertes. Das bedeutet ein erhebliches Risiko für Verbraucher, die sich auf die Angabe verlassen und entsprechend seltener nachcremen.

Das zweite problematische Produkt stammt aus dem dm-Regal und enthält potenziell bedenkliche Duft- und Konservierungsstoffe. Diese Substanzen können bei empfindlicher Haut allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders kritisch ist dies für Kinder und Menschen mit Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen. Zudem fiel die Wasserfestigkeit im Praxistest deutlich geringer aus als vom Hersteller angegeben.

Die Diskrepanz zwischen Werbeversprechen und tatsächlicher Leistung gefährdet die Gesundheit der Verbraucher und untergräbt das Vertrauen in Eigenmarken.

Warum scheitern manche Produkte trotz strenger Vorschriften?

In der Europäischen Union unterliegen Sonnenschutzmittel der Kosmetikverordnung, die bestimmte Mindestanforderungen festlegt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Produkte auf den Markt gelangen, die diese Standards nicht erfüllen. Ein Grund liegt in der Komplexität der Formulierungen: UV-Filter müssen in präzisen Konzentrationen und Kombinationen eingesetzt werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Zudem führen nicht alle Hersteller ausreichend umfangreiche Praxistests durch. Während die Laborwerte auf dem Papier stimmen mögen, zeigt sich erst in realistischen Anwendungssituationen, ob ein Produkt tatsächlich hält, was es verspricht. Kostendruckeffekte bei Eigenmarken können dazu führen, dass an der Qualitätskontrolle oder an hochwertigen Rohstoffen gespart wird.

Worauf sollten Verbraucher beim Kauf achten?

Um sich effektiv vor UV-Strahlung zu schützen, sollten Käufer einige grundlegende Tipps beherzigen. Zunächst ist es ratsam, auf unabhängige Testergebnisse zu achten, die regelmäßig von Verbraucherorganisationen veröffentlicht werden. Diese Bewertungen basieren auf Laboruntersuchungen und geben einen objektiven Überblick über die tatsächliche Leistung.

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Kritische Substanzen wie Octocrylene, bestimmte Parabene oder stark parfümierte Formulierungen sollten gemieden werden, insbesondere bei empfindlicher Haut. Auch die Angabe "dermatologisch getestet" ist kein Garant für Verträglichkeit, da dieser Begriff nicht geschützt ist und die Testbedingungen variieren können.

Merkmal Worauf achten?
Lichtschutzfaktor Mindestens LSF 30 für den Alltag, LSF 50+ für intensive Sonnenexposition
Inhaltsstoffe Keine Parabene, Octocrylene oder starke Duftstoffe
Wasserfestigkeit Explizite Kennzeichnung bei Sport oder Schwimmen
Testergebnisse Aktuelle Bewertungen unabhängiger Institute prüfen

Alternative Produkte mit besserer Bewertung

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Sonnenschutzmittel, die in Tests überzeugen konnten. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um teure Markenprodukte. Auch andere Eigenmarken aus dem Drogeriemarkt schnitten in Untersuchungen sehr gut ab und bieten zuverlässigen Schutz zu einem fairen Preis.

Besonders positiv bewertet wurden Produkte, die mineralische und chemische Filter kombinieren und dabei auf kritische Zusatzstoffe verzichten. Solche Formulierungen bieten einen breiten Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlung, ziehen schnell ein und hinterlassen keinen störenden Weißfilm. Für Kinder gibt es spezielle Varianten mit besonders milder Rezeptur.

Richtige Anwendung ist entscheidend

Selbst das beste Sonnenschutzmittel entfaltet seine Wirkung nur bei korrekter Anwendung. Viele Menschen tragen zu wenig Produkt auf, wodurch der effektive Lichtschutzfaktor deutlich sinkt. Als Faustregel gilt: Für den gesamten Körper eines Erwachsenen sollten etwa drei Esslöffel Sonnencreme verwendet werden.

Zudem ist es wichtig, die Creme etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufzutragen, damit sie vollständig einziehen und ihre Schutzwirkung entfalten kann. Regelmäßiges Nachcremen alle zwei Stunden ist unverzichtbar, besonders nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen. Auch wasserfeste Produkte verlieren nach einiger Zeit ihre Wirkung.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen exponierte Körperstellen wie Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern. Diese Bereiche werden oft vergessen, sind aber besonders anfällig für Sonnenbrand. Eine Kopfbedeckung und Kleidung mit UV-Schutz ergänzen den Schutz sinnvoll.

Diese Informationen ersetzen keine professionelle medizinische oder dermatologische Beratung. Bei Hautproblemen oder Unsicherheiten sollte immer ein Facharzt konsultiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, ob ein Sonnenschutzmittel wirklich hält, was es verspricht?

Orientieren Sie sich an aktuellen Testergebnissen unabhängiger Verbraucherorganisationen. Diese führen umfangreiche Laboranalysen durch und prüfen, ob der angegebene Lichtschutzfaktor tatsächlich erreicht wird. Zusätzlich sollten Sie auf die Inhaltsstoffliste achten und kritische Substanzen meiden.

Sind teure Markenprodukte immer besser als günstige Eigenmarken?

Nicht unbedingt. Viele günstige Eigenmarken aus Drogeriemärkten schneiden in Tests hervorragend ab und bieten zuverlässigen Schutz. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern die Qualität der Formulierung und die Einhaltung der deklarierten Schutzleistung.

Wie viel Sonnencreme sollte ich auftragen, um optimal geschützt zu sein?

Für den gesamten Körper eines Erwachsenen werden etwa drei Esslöffel Sonnencreme empfohlen. Die meisten Menschen tragen deutlich zu wenig auf, wodurch der effektive Lichtschutzfaktor erheblich sinkt. Tragen Sie die Creme großzügig auf und erneuern Sie den Schutz alle zwei Stunden.

Was bedeutet Wasserfestigkeit bei Sonnenschutzmitteln konkret?

Wasserfest bedeutet, dass das Produkt nach zweimaligem Baden von je 20 Minuten noch mindestens 50 Prozent seiner ursprünglichen Schutzleistung behält. Trotzdem sollten Sie nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen nachcremen, da auch wasserfeste Produkte an Wirkung verlieren.

Welche Inhaltsstoffe in Sonnencreme sollte ich bei empfindlicher Haut vermeiden?

Bei empfindlicher Haut sollten Sie auf Produkte ohne Parabene, Octocrylene und starke Duftstoffe achten. Auch bestimmte chemische UV-Filter können Reizungen auslösen. Mineralische Filter wie Titandioxid oder Zinkoxid gelten als besonders hautverträglich.

Sturmfels Silas

Geschrieben von Chefredakteur

Sturmfels Silas

Silas studierte Kulturwissenschaften an einer deutschen Universität und arbeitete anschließend acht Jahre in der Verbraucherpresse, bevor er 2019 zu Initium Baden kam. Sein Schwerpunkt liegt auf gesellschaftlichen Trends und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensstil. Er leitet heute die Redaktion und verantwortet die inhaltliche Ausrichtung aller Ressorts.

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